TEILEN

Für die Geschichte des deutschen Parlaments war es ein besonderer Moment: Am 19. Februar 1919 hielt mit Marie Juchacz zum ersten Mal in Deutschland eine Frau eine Rede vor einem demokratisch gewählten Parlament.

„Was heute selbstverständlich ist, war ein langer Kampf!“ sagt die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Martina Holzner. Am 12. November 1918 war die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts. Der Rat der Volksbeauftragten hob genau an diesem Tag vor 99 Jahren das Dreiklassenwahlrecht auf, sodass alle Frauen und Männer ab 21 Jahren wählen durften. Im Jahr 1919 konnten dann erstmals deutsche Frauen wählen und gewählt werden.

„Unvorstellbar“, sagt Holzner „für mich ist es völlige Normalität, dass wir Frauen das gleiche Wahlrecht wie Männer haben! Es ist eine wichtige Errungenschaft in unserer demokratischen Gesellschaft, dass sowohl Frauen als auch Männer in unseren Parlamenten vertreten sind und die jeweiligen Themen spezifisch aus ihrer Sichtweise darstellen.

Der neue Bundestag, in dem mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen sitzen, zeigt allerdings, dass immer noch ein großes Ungleichgewicht herrscht. Zuletzt hatte der Bundestag vor 19 Jahren einen solch geringen Frauenanteil. Aber auch im saarländischen Landtag beträgt die Anzahl weiblicher Abgeordneter nur 35 Prozent.“

„Wir müssen auch heute noch in vielen Bereichen für eine Gleichberechtigung von Männern und Frauen kämpfen. Gleichberechtigung muss zum Beispiel beim Thema Elternzeit, Führungspositionen in Unternehmen oder auch beim Thema Lohngleichheit weiter vorangetrieben werden, damit wir auch dort in der Zukunft Erfolge feiern können“, sagt Holzner.

KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here