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Homburg | Millionenförderung – Einrichtung einer Stiftungsprofessur an der Klinik für Augenheilkunde des UKS

Hintere Reihe von links: Augenärztin Frau Prof. Dr. Barbara Käsmann-Kellner, Frau Dr. Anette Groh, Leiterin der Abteilung Wissenschaft, Hochschulen und Technologietransfer der Staatskanzlei des Saarlandes, die beiden Juristinnen Ulrike Freidinger, Geschäftsführerin der Medizinischen Fakultät der UdS und Frau Univ.-Direktorin Alexandra Hemprich von der Rechtsabteilung der UdS sowie die beiden Wissenschaftler aus dem Biologischen Labor, Tanja Stachon und Dr. Lorenz Latta. - Bild: Rüdiger Koop

Die Universität des Saarlandes plant die Einrichtung einer „Dr. Rolf M. Schwiete-Stiftungsprofessur für Limbusstammzellforschung und kongenitale Aniridie“ als Forschungsprofessur mit einer Laufzeit von zunächst fünf Jahren. Die Professur wird in Homburg an der Klinik für Augenheilkunde des UKS (Direktor: Prof. Dr. Berthold Seitz) angesiedelt sein. Für die Förderung der Rolf M. Schwiete-Stiftungsprofessur stellt die Stiftung der Universität des Saarlandes einen Betrag von bis zu 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Jetzt wurde hierzu am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg der Vertrag zur Einrichtung einer Stiftungsprofessur zwischen der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung und der Universität des Saarlandes unterzeichnet.

Bei dem Antrag der Universitätsaugenklinik unter der Leitung von Professor Dr. Berthold Seitz, seien für ihn zwei Schwerpunkte ausschlaggebend gewesen, erläuterte Herr Dr. Jürgen Staiger, der Vorstandsvorsitzende der in Mannheim ansässigen Schwiete-Stiftung: „Das war einmal der Ansatz, Menschen das Augenlicht zu erhalten mit Hilfe der Limbusstammzellenforschung. Und es gab den zweiten Schwerpunkt, nämlich den Folgen einer seltenen Krankheit vorzubeugen.“

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Dr. Rolf M. Schwiete-Stiftungsprofessur sind die Limbusstammzellforschung und das Krankheitsbild kongenitale Aniridie. Diese sogenannten Limbusstammzellen sorgen dafür, dass sich die Hornhaut immer wieder selbst regeneriert und so lichtdurchlässig bleibt. Werden diese Stammzellen zerstört – durch einen Unfall, eine Verbrennung oder andere Verletzungen – kann sich die Hornhaut nicht mehr erneuern, sie trübt ein und der Betroffene erblindet. Eine Transplantation von Limbusstammzellen kann dann dabei helfen, die Hornhaut zu erhalten bzw. die Voraussetzungen für eine Hornhauttransplantation zu schaffen. Im Rahmen der Stiftungsprofessur sollen die Prozesse auf molekularer Ebene, durch die die Limbusstammzellen geschädigt werden, besser verstanden und neue Therapieansätze erforscht werden. Dazu gehört die Analyse und Entwicklung von bestehenden und neuen Therapieansätzen und ihren Wirkmechanismen. Es gibt noch etliche Lücken im Verständnis der Physiologie und Molekularbiologie von Bindehaut und Korneaepithel und der Differenzierungsprozesse von Limbusstammzellen. Ziel ist die Etablierung von Zellmodellen und Testplattformen, an denen einzelne Prozesse und Signalwege untersucht werden können. Hierbei kommt einer Patientengruppe mit einem PAX6-Gendefekt eine wichtige Rolle zu.

Aniridie-assoziierte Keratopathie – Foto: UKS-Augenklinik

Die kongenitale Aniridie ist eine seltene, angeborene Erkrankung, bei der Kinder ohne die Regenbogenhaut des Auges, die Iris, geboren werden. Das Fehlen der Regenbogenhaut ist direkt zu erkennen: Das Auge hat keine Augenfarbe. In der Regel tritt die Aniridie bei beiden Augen auf und führt zu vielfältigen gesundheitlichen Problemen. Neben den Einschränkungen beim Sehen durch Makulahypoplasie, Optikusdysplasie, Katarakt, Glaukome, sog. Aniridie-assoziierte Keratopathie, die bis hin zu einer Erblindung führen können, geht die Aniridie oft mit Begleiterkrankungen einher. So können im Zusammenhang mit der Aniridie beispielsweise Diabetes, geistige Behinderungen oder auch bösartige Nierentumoren – sogenannte Wilms-Tumoren – auftreten. Mit der Stiftungsprofessur soll ein deutsches Aniridie-Register aufgebaut werden, welches eine standardisierte Erfassung der anatomischen, morphologischen und molekularen Veränderungen bei kongenitaler Aniridie gewährleistet. Bei der Erforschung der Pathophysiologie der Aniridie-assoziierten Keratopathie ist die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Erkrankungen mit Limbusstammzellinsuffizienz, wie z. B. nach Verätzung oder Verbrennung zu erwarten.

Über die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung:

Die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Mannheim. Sie wurde von Herrn Dr. Rolf M. Schwiete von Todes wegen 2013 gegründet und 2014 als rechtsfähige Stiftung anerkannt. Dr. Rolf M. Schwiete führte die Unternehmensgruppe Van Baerle seit 1964. Das Familienunternehmen, das der Vater Dr. Friedrich A. Schwiete erworben und vor seinem Sohn geführt hatte, stellte Wasserglas, Farben sowie Wasch- und Reinigungsmittel her. Unter anderem aus der Unternehmensgruppe resultierte der Grundstock des Vermögens von Dr. Schwiete. Mit den Erträgen aus dem Vermögensstock der Stiftung werden insbesondere die folgenden Bereiche gefördert:

  • die Forschung, insbesondere in den Bereichen der Medizin und Chemie
  • die wissenschaftliche Aus- und Fortbildung begabter und charakterlich geeigneter junger Menschen
  • die nationale und internationale Bildung für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit
  • die Kunst und Kultur

 

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