TEILEN

Die Rennfahrer des Homburger Automobilclubs befinden sich weiter auf der Erfolgsspur. Im Profibereich ist dies seit Jahren der Bruchmühlbacher Timo Bernhard, der sich aktuell anschickt, mit Porsche 919 Hybrid nach 2015 zum zweiten Mal den Fahrer- und Markenweltmeistertitel im WEC-Sportwagen-Langstreckenrennsport zu erringen. Aber auch im Amateur- und Breitenmotorsport tat sich in der Anfang Oktober zu Ende gegangenen Saison 2017 wieder erfreuliches. Traditionell gehen die aktuell 13 Aktiven des Homburger ADAC-Ortsclub vorwiegend in der Motorsport-Disziplin „Bergrennen“ an den Start – und das durchaus erfolgreich.

Der amtierende Clubmeister der Saarpfälzischen Motorenthusiasten, Kai Neu, zählte auch in diesem Jahr wieder zum engen Favoritenkreis in der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft. Nachdem der Rennfahrer, beruflich als Serviceleiter im elterlichen Ford Autohaus Neu im Homburger Ortsteil Erbach beschäftigt, die Vorjahressaison mit einem hervorragenden vierten Gesamtrang in dieser höchstrangigen, nationalen Meisterschaft seinen bislang größten Erfolg verbuchen konnte, war die Motivation des Dreiunddreißigjährigen in diesem Jahr besonders hoch. Immer als Helfer und Mechaniker bei den zehn Rennwochenenden im Jahr dabei, ist Vater Uwe Neu.

Gleich von Anfang an ließ Neu Junior seinen stets zahlreichen Kontrahenten in der Klasse der Produktions-Tourenwagen Gruppe F bis 2000 Kubikzentimeter Hubraum keine Chance. Beim ADAC Bergpreis Schotten am hessischen Vogelsberg, im luxemburgischen Eschdorf und an Pfingsten beim Wolsfelder ADAC Bergrennen in der Südeifel, kassierte Neu jeweils die maximale Punktausbeute. Doch ausgerechnet beim einzigen Lauf zur Berg-Europameisterschaft in Deutschland, am zweiten Juni-Wochenende in Bad Liebenstein am Rennsteig, schlug der „Defektteufel“ unbarmherzig zu.

Der um die 240 PS starke Ford Fokus ST 170 hatte sozusagen Karies, das Getriebe machte eine schnelle Weiterfahrt ins Ziel unmöglich und ein Totalausfall war die Folge. Für das Sohn-Vater-Team war dies noch kein Beinbruch, denn das DM-Reglement sieht ein Streichresultat in der Jahresendwertung vor. Weitere technische Gebrechen oder Ausrutscher durfte sich Neu im weiteren Saisonverlauf nun aber nicht mehr leisten.

Bei den Bergrennen am Iberg im Eichsfeld, beim Heimspiel Homburger ADAC Bergrennen und in der Rhön beim ADAC Hauensteinrennen lief es anschließend wieder optimal. Drei weitere Klassensiege machte der „Spätzünder“ in Sachen Motorsport klar. Die mehr als 500 km lange Anreise zum nördlichsten Bergrennen der Republik Anfang August in der Nähe von Osnabrück, war dann allerdings der Knackpunkt für Neu´s Titelambitionen. Schon am Trainingstag machte das Getriebe erneut Probleme. Der dunkelblaue Fokus zog eine lange Ölspur hinter sich her und sorgte für eine längere Unterbrechung der Trainingsläufe.

Nur durch eine Notreparatur über Nacht konnte der erst seit 2008 im Motorsport aktive Sportler an den Rennläufen teilnehmen und kam mit dem angeschlagen Tourenwagen schlussendlich nicht über Rang sieben hinaus. Der Erbacher ließ zwar zum Saisonabschluss im unterfränkischen Eichenbühl und in Mickhausen vor den Toren Augsburgs die Klassensiege Nummer sieben und acht folgen, aber zu einem Podiumsrang reichte es um hauchdünne 3,2 Punkte nicht. Unter diesen Umständen ist der erneute vierte Platz in der Deutschen Meisterschaft, unter übrigens 169 Platzierten, dennoch ein mehr als nur beachtlicher Erfolg.

Foto: Thomas Bubel

Mit seinen acht Siegen steuerte Kai Neu weiterhin einen wesentlichen Anteil der insgesamt 461,6 Punkte bei, die für die Mannschaft „Powered by Wiebe“ zum Titelgewinn im DMSB Berg-Team-Cup 2017 reichten. Zusammen mit dem Team-Kapitän Björn Wiebe von der Naheweinstraße, der gleichzeitig in der Einzelwertung Deutscher Meister wurde, dem Wuppertaler Markus Goldbach und dem Schwaben Thomas Conrad gelang dieser bislang größte Triumph in Kai Neu´s Rennsportkarriere.

Der Ford-Spezialist plant bereits für die Saison 2018 einen neuen Anlauf in der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft und wird seinen dunkelblauen Fokus ST 170, dessen Karosse übrigens im Jahr 2004 im Ford-Werk Saarlouis vom Band lief und damit ein echter Saarländer ist, über den Winter einer gründlichen Revision unterziehen und an Verbesserung im Detail arbeiten. Apropos Karosse: Vielleicht bauen die Neu´s auch eine komplett neue, leichtere Karosserie auf, um in Zukunft noch Konkurrenzfähiger zu sein.

Thomas Bubel

KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here