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Zum Meisterkonzert am Donnerstag, 11. Mai 2017, erwartet das Publikum im Saalbau Musik mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim und Solist Albrecht Mayer (Oboe/Englisch Horn). Beginn ist um 20 Uhr, vorher gibt es eine Einführung mit dem künstlerischen Leiter der Homburger Meisterkonzerte, Markus Korselt. Karten sind im Vorverkauf beim Kulturamt der Stadt sowie bei ticket regional erhältlich.

Das mit Musikern aus sieben Nationen besetzte Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim ist eines der ganz wenigen Full-time-Kammerorchester Europas. 1950 von Friedrich Tilegant gegründet, fand das Ensemble rasch internationale Anerkennung und war bald bei den Festspielen in Salzburg, Luzern und Leipzig und auf weltweiten Konzertreisen mit musikalischen Größen wie Maurice André, Dietrich Fischer-Dieskau und Yehudi Menuhin zu hören. Auch heute arbeitet es mit international bekannten Solisten und Partnern zusammen und  war mit ihnen in ganz Europa, in den USA und Japan zu Gast. Auf seinem Erfolgsweg hat das Orchester mehr als 250 Schallplatten und CDs eingespielt. Mit Beginn der Konzertsaison 2013/14 übernahm Timo Handschuh von Sebastian Tewinkel die Position des Künstlerischen Leiters und entwickelt seither Klang, Stilistik und Programmatik dieses ebenso traditionsreichen wie innovativen Ensembles weiter.

Albrecht Mayer begann seine berufliche Laufbahn 1990 als Solo-Oboist der Bamberger Symphoniker. Die erste große Begegnung mit Musik hatte er in seiner Kindheit als Mitglied des Domchors seiner Heimatstadt Bamberg. Vielleicht ist diesem frühen Erlebnis der warme, sangliche Charakter seines Oboenspiels zu verdanken, der Publikum und Kritiker gleichermaßen ins Schwärmen bringt. Sein Musizieren weckt immer wieder höchstes Lob: Da ist von »Götterfunken« die Rede, von der »wundersamen Oboe« oder davon, dass Mayer die Oboe »zum Verführungsinstrument erhebt«.

Seit 1992 ist er Solo-Oboist bei den Berliner Philharmonikern, während er sich zunehmend einen Namen als Konzertsolist machte. Inzwischen gehört er zu den gefragtesten Oboisten unserer Zeit und hat als Solist mit Claudio Abbado, Sir Simon Rattle und Nikolaus Harnoncourt gearbeitet. 2007 gab er sein Debüt in der Carnegie Hall mit dem Orpheus Chamber Orchestra. Auch Kammermusik ist für Albrecht Mayer sehr wichtig und regelmäßig Teil seines Konzertkalenders.

Foto: Markus Bechtle

Sein Album „Lieder ohne Worte – Bach-Transkriptionen für Oboe und Orchester“ erreichte sofort Platz zwei der deutschen Klassik-Charts, das Album New Seasons kam sogar in die deutschen Pop-Charts. Es zeigt Händel in einem verblüffend neuen Licht, wenn hier die Gesangslinien aus Opern und Oratorien der Oboe anvertraut werden. Seine Veröffentlichung „Auf Mozarts Spuren“ mit Claudio Abbado und dem Mahler Chamber Orchestra schaffte es an die Spitze der deutschen Klassik-Charts.

Im Dezember 2006 erhielt Mayer den E.T.A.-Hoffmann-Kulturpreis seiner Heimatstadt Bamberg. Er wurde dreimal mit dem Echo-Klassik der Deutschen Phono-Akademie ausgezeichnet, darunter zweimal als Instrumentalist des Jahres. 2013 wurde er in die »Hall of Fame« der Zeitschrift The Gramophone aufgenommen und erhielt zudem den Kulturpreis Bayern.

Albrecht Mayer unternimmt zahlreiche Konzertreisen durch die ganze Welt. Trotz seiner vielen musikalischen Verpflichtungen fand er noch Zeit, die Albrecht Mayer Stiftung ins Leben zu rufen, deren Ziel es ist, Projekte zur Erforschung und Therapie von Netzhaut- und Sehnerv-Erkrankungen zu fördern. „Natürlich ist das Hören für mich als Musiker ein essenzieller Teil meines Lebens“, erklärte er. „Gerade aus diesem Bewusstsein heraus, welche unersetzliche Bedeutung die Wahrnehmungssinne für uns Menschen haben, ist es für mich völlig unvorstellbar, mit einem sehr eingeschränkten Sehvermögen oder gar ganz ohne mein Augenlicht leben zu müssen!“ Die Sorge um das Wohl anderer Menschen ist charakteristisch für diesen Mann, dessen gefühlvolles Musizieren Zuhörern in der ganzen Welt viel Freude bringt. Albrecht Mayer spielt eine Oboe und eine Oboe d’amore der deutschen Instrumentenbauer Gebrüder Mönnig.

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