Start Kultur&Gesellschaft Homburg | Großes entsteht im Kleinen: Albano Laziale und Homburg beschließen Freundschaftspakt 

    Homburg | Großes entsteht im Kleinen: Albano Laziale und Homburg beschließen Freundschaftspakt 

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    1.Reihe v.l.: OB Rüdiger Schneidewind und der Bürgermeister von Albano Laziale, Dr. Nicola Marini, Christina Roth-Avalle, Raimund Konrad Foto: Pressestelle Stadt Homburg

    Die Stadt Homburg empfing vom vergangenen Montag, 23. Oktober bis Donnerstag, 26. Oktober eine neunköpfige Delegation aus der italienischen Stadt Albano Laziale. Zum Hintergrund: Homburg wurde von Albano Laziale, das ganz in der Nähe von Rom liegt, mit dem Interesse an einer künftigen Städtepartnerschaft angefragt. Diese kam unter anderem dadurch zustande, dass Christina Roth-Avalle, gebürtige Erbacherin, seit vielen Jahren in der italienischen Stadt zuhause und mit dem dortigen Partnerschaftsbeauftragten verheiratet ist.

    Für die Besucherinnen und Besucher wurde ein umfangreiches Programm zusammengestellt, das einige Bereiche und Besonderheiten der Stadt zeigte. Nach der Ankunft der Gäste am Montagmittag stand zunächst eine Stadtführung mit dem Kulturbeigeordneten Raimund Konrad an. Dieser ging am Freiheitsbrunnen auf die Geschichte der Demokratiebewegung ein, es folgte ein Spaziergang durch die Innenstadt. Auch die Schlossberghöhlen wurden besichtigt. Am Nach- mittag traf die Besuchergruppe erstmals auf Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind, der diese auf dem Historischen Marktplatz begrüßte.

    Zeit für einen intensiveren Austausch bot der Montagabend, der im Sitzungssaal des Rathauses stattfand. Zahlreiche Vertreter aus der Politik, wie dem Stadtrat und Landrat Dr. Theophil Gallo, der Verwaltungsspitze, und weitere Gäste aus Wirtschaft und Gesellschaft nutzten die Gelegenheit, um mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Die Italiener konnten sich hierbei nicht nur von der saarländischen Mentalität einen Eindruck verschaffen, es stand auch typisch saarländische Kost wie „Dibbelabbes“ und „Gefillde“ bereit.

    Ralf Moseberg, Leiter des Geschäftsbereichs Industrial Automation/Lineartechnik bei Schaeffler Technologies Homburg, zeigte am Dienstagvormittag der Delegation das Werk in der Berliner Straße. Zunächst gab Moseberg einen Überblick über den gesamten Konzern und über den Standort Homburg, verbunden mit der Vorstellung der Produkte, die gefertigt werden. Eine Werksbesichtigung bot Einblicke in die vielfältige Produktionspalette des Weltunternehmens. Bei einem anschließenden Gesprächsaustausch fragten die Gäste auch nach Praktikumsmöglichkeiten für italienische Jugendliche bei Schaeffler.

    Albano Laziale Foto:Deblu68 – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3779363

    Nicht weniger spannend und informativ ging es mittags weiter: das Universitätsklinikum (UKS) wurde umfangreich in Augenschein genommen. Hier lag es an Pflegedirektor Wolfgang Klein, die Bereiche Lehre, Forschung und Krankenversorgung vorzustellen. Die Besucher staunten nicht schlecht, dass es in einer Stadt wie Homburg solch eine Einrichtung gibt. Dies wäre in Italien sicher nur in Städten wie Rom oder Mailand möglich, sagten Vertreter der Delegation. Bei einer Rundfahrt über das Campus-Gelände zeigten Pflegedirektor Klein und Roger Motsch von der Öffentlichkeitsarbeit des UKS viele interessante Einrichtungen. Dabei wiesen sie auch auf die rege Bautätigkeit am Standort Homburg hin.

    Danach blieb noch Zeit, um sich ein wenig die „grüne Seite Homburgs“ anzuschauen. So wurde ein Zwischenstopp in Beeden mit einem Ausblick auf das Biotop eingelegt und Wissenswertes zur Umwelt und Tierwelt geschildert. Als letzte Station vor dem Abendessen stand der Besuch des Römermuseums in Schwarzenacker an. Museumsleiter Prof. Dr. Klaus Kell konnte einiges zur gallo-römischen Siedlung erklären. Neben den Ausstellungsräumen im Edelhaus wurden auch das Freilichtgelände und die Besonderheiten der Gebäude erklärt.

    OB Rüdiger Schneidewind und der Bürgermeister von Albano Laziale, Dr. Nicola Marini, beim Unterzeichnen des Freundschaftspaktes. Rechts: Christina Roth-Avalle.
    Foto: Pressestelle Stadt Homburg

    Am dritten Tag des Besuchs ging es morgens zur Firma Dr.Theiss Naturwaren an den Produktionsstandort in den Rohrwiesen. Neben einer Führung durch die Produktionsanlagen und allerlei interessanter Schilderungen zur riesigen Produktpalette des Unternehmens ließ es sich auch der geschäftsführende Gesellschafter Giuseppe Nardi nicht nehmen, die Gruppe persönlich zu begrüßen und zu einem Mittagessen im Firmenrestaurant in der Zentrale im Paul-Weber-Haus einzuladen. Hier stieß auch Ex-OB und –Wirtschaftsminister Joachim Rippel dazu und begrüßte die Delegation, auch im Namen von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer herzlich in Homburg.

    Eng mit Homburg verbunden ist auch die Karlsberg Brauerei. Demnach durfte auch ein Besuch des Familienunternehmens nicht fehlen. Der Generalbevollmächtigte Christian Weber nahm sich selbst Zeit, um den Gästen die Geschichte der Brauerei sowie die verschiedenen Prozesse näher zu erläutern. Nach einer Führung durfte natürlich auch ein kühles Bier zum Abschluss nicht fehlen. Danach entließ der Firmenchef die Truppe zum Karlsberger Hof, wo Sibylle Weber gemeinsam mit Klaus Kell bei einem gemütlichen Kaffee und frisch gezapftem UrPils die Geschichte des ehemaligen, prächtigen Schlosses Karlsberg erzählte. Auch Landrat Dr. Theophil Gallo stieß hier noch einmal dazu und sagte, dass er hoffe, „dass diese Partnerschaft zustande kommt“.

    Bei einer Pressekonferenz zum Abschluss des viertägigen Aufenthalts in Homburg wurde am Donnerstagmittag ein erster Freundschaftspakt zwischen beiden Städten unterschrieben. Bürgermeister Dr. Nicola Marini: „Ich glaube, dass hier etwas entstehen kann und wir eine Städtepartnerschaft auf gegenseitigem Verständnis aufbauen können. Ich kannte das Saarland nicht, bin aber wie die gesamte Delegation beeindruckt von der Region, der Natur und der Gastfreundschaft, die wir während unseres Besuchs erleben durften. Ich hoffe auf einen baldigen Gegenbesuch!“ Dieser ist für Frühjahr 2018 geplant.

    Auch Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind erwartet, dass von einer Partnerschaft beide Kommunen profitieren und „insbesondere die jüngeren Generationen durch den Austausch ein ́gemeinsames Europa ́ mit Leben füllen.“ Der Dank des Oberbürgermeisters galt besonders Frau Roth-Avalle für ihre umfangreiche Übersetzung während des Aufenthalts.

    Die Delegation aus Albano Laziale bestand aus insgesamt aus neun Personen. Dabei handelte es sich um:

    1. Dr. Nicola Marini,Bürgermeister
    2. Daniela Urtesi, Generalsekretärin der Gemeindeverwaltung
    3. Alessandra Zeppieri, Stadträtin für Bildungs- und Erziehungswesen, Politik für
    Jugend, Europäische politische Zusammenarbeit, Partnerschaften, Biblio-
    thekswesen
    4. Silvia De Angelis, Beauftragte für institutionelle Verwaltungsorgane
    5. Mauro Gasbarri, Vorsitzender des CNA (Verband der Handwerker sowie der
    Groß- und Kleinunternehmen) Zone Rom Süd
    6. Dina Blandina Brusca, Ehefrau von Mauro Gasbarri
    7. Elio Formia, Funktionär von Unindustria (Bund Industrielle und Unternehmer)
    8. Dr. Vincenco Avalle, Partnerschaftsbeauftragter
    9. Christina Roth-Avalle, Ehefrau von Dr.Avalle und gebürtige Homburgerin

    Begleitet wurde die Delegation während ihrer Zeit in Homburg von Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind, Bürgermeister Klaus Roth, den Beigeordneten Christine Becker, Raimund Konrad, Ulrich Fremgen und Astrid Bonaventura sowie Mitgliedern des Stadtrats und Mitarbeitern der Stadtverwaltung.

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