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Vom vergangenen Montag bis zum gestrigen Freitag wurde das Christian von Mannlich-Gymnasium zum Wahllokal der Juniorwahl, bei der die Schüler der Klassenstufen 9 bis 12 unter authentischen Bedingungen die Bundestagswahl simulieren. An der Juniorwahl nehmen in ganz Deutschland knapp eine Million Jugendliche teil.

Über die ganze Woche hinweg machten die Schüler regen Gebrauch von Ihrem Wahlrecht. Mit Wählerlisten, Wahlkabine, Wahlzetteln und Wahlurne war in der Aula alles dafür getan, dass der Ablauf möglichst dem bei einer regulären Wahl glich.  Denn es handelt sich keineswegs um eine fiktive Wahl, wie die Fachschaft Politik, die die Wahl an der Schule initiiert hat, betont, sondern es wird ein echtes Ergebnis ermittelt, das sowohl für die Schule als auch deutschlandweit ausgewertet wird und das einen spannenden Vergleich zu der Wahl der Erwachsenen bietet. Praktische Demokratiebildung ist eine Säule der Arbeit des Gymnasiums als UNESCO-Projektschule.

Und so meinten Johanna Scherer, Lena Schmachtenberg, Evelyn Fauss, Leandra Gerguri und Rojin Dündar nach ihrem Wahlgang, dass das Wählen „kein großer Aufwand ist und man dadurch mitentscheiden kann“. Die Juniorwahl ist auf der anderen Seite auch für die Parteien eine Chance, „zu sehen, was die Jugend heute von ihren Wahlprogrammen hält“, meinte Youssef Abdel Rahman aus Klasse 9.  Verschiedene wissenschaftliche Studien der letzten Jahre belegten die Wirksamkeit der Juniorwahl in Bezug auf die Steigerung der Wahlbeteiligung Jugendlicher und deren Eltern bis hin zur Senkung des Nichtwähleranteils.

Und so war sich Ulrike Bossung, Koordinatorin für Gesellschaftswissenschaften am Mannlich-Gymnasium am Ende der Woche sicher: „Nichts beeinflusst Schüler so nachhaltig wie persönliche Erfahrungen. Dass die Schüler den gesamten Wahlakt von der Bildung eines Wahlvorstandes bis hin zur Zählung der Stimmen selbst organisieren und durchführen, animiert sie, die parallel im Unterricht stattfindende Diskussion um Wahlsystem, Parteien und Kandidaten auf einer neuen Ebene zu verstehen und mit in ihr Elternhaus zu tragen. Demokratie wird als etwas Lebensnahes und Greifbares verstanden – ein wichtiger Aspekt in Zeiten der Politikverdrossenheit.“

Das Ergebnis der Juniorwahl sollte auch die Parteien interessieren. Schließlich sind die Teilnehmer der Juniorwahl spätestens bei den nächsten Bundestagswahlen ihre Erstwähler.

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