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Am 19. April jährte sich erstmals die Eröffnung der städtischen Kleiderkammer im ehemaligen Bäckerhaus Ecker am Hochrech. Vergangene Woche statteten Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind, Beigeordnete Christine Becker und Ingrid Braun vom Amt für Jugend, Senioren und Soziales der Einrichtung einen Besuch ab und nahmen sich die Zeit, mit der zuständigen Mitarbeiterin vor Ort, Bettina Dejon, eine erste Bilanz zu ziehen.

Beim Blick in den Raum wird schnell klar, dass die Resonanz ungebrochen ist – auf der Spenderseite wie auch bei den Bedürftigen. In zwei Räumen liegen sortiert Kleidung, Schuhe, Spielzeug, Schulutensilien, Geschirr und vieles mehr. Pünktlich um 11 Uhr kommen die ersten Kunden. Diese benötigen einen Nachweis, dass sie bedürftig sind. Dann können sie in der Kleiderkammer für wenig Geld das Nötige erwerben. „Ich danke allen, die spenden. Ohne diese würde es nicht gehen. Wir können im Moment, was Kleider angeht, alles abdecken – vom Säugling bis zum Erwachsenen“, freut sich Dejon über den Zuspruch. Sie arbeitet eng mit anderen Einrichtungen zusammen, wie zum Beispiel der Beratungsstelle Donum Vitae, die sich auf die Schwangerenberatung spezialisiert hat. Wenn Bedarf an Umstands- oder Säuglingskleidung besteht, helfe man sich gegenseitig aus, erklärt Dejon.

Bedarf in der Kleiderkammer bestehe derzeit vor allem an gut erhaltenen Schulranzen, schließlich steht das neue Schuljahr bevor. Kinderwagen – auch kaputte – werden ebenfalls gerne genommen. „Hier arbeiten wir mit der ehrenamtlichen Fahrradwerkstatt in Erbach zusammen, die uns diese reparieren“, freut sich Dejon. Auch Sportschuhe, vor allem Fußballschuhe, werden gesucht, wie sie verriet. OB Schneidewind wies hier auf die Integrationsarbeit hin, die die Vereine leisten. „Ohne die richtige Ausrüstung geht es natürlich nicht“, merkte auch er an.

Elektrogeräte werden in der Kleiderkammer nicht angenommen, „aber wir haben eine Tafel, an die jeder Zettel anhängen kann, nach dem Motto ´Ich suche – ich biete´. Diese Wand und auch Informationsbroschüren gerade für Flüchtlinge werden sehr gut angenommen“, erklärt Bettina Dejon. Dabei macht sie abermals deutlich, „dass die Kleiderkammer nicht nur Anlaufstelle für Flüchtlinge ist, sondern für alle Bedürftigen in Homburg.“ Es dauere zwar, bis erste Hemmungen überwunden würden, doch dann seien die Kunden sehr froh über die Hilfe.

Bettina Dejon ist seit der ersten Stunde dabei, hat den Aufbau der Kammer mitorganisiert. Sie freut sich über insgesamt fünf ehrenamtliche Helferinnen und Helfer – und doch kommen alle schnell ans Limit: „Es gibt viel zu tun und einiges bleibt auch mal liegen, weil wir nicht genug Kapazitäten haben.“ Dejon könne sich gut vorstellen, auch mal Schulen oder Konfirmandengruppen im Rahmen einer sozialen Woche oder Projektwoche in der Kleiderkammer begrüßen zu können, die sie und ihr Team tatkräftig beim Waschen, Sortieren und Einräumen unterstützen. Praktikanten aus dem Rathaus werden ebenfalls eingesetzt. Ohnehin arbeitet die Kleiderkammer eng mit den Ämtern im Rathaus zusammen, wie zum Beispiel dem Rechts- und Ordnungsamt, das sich um die Obdachlosen in Homburg kümmert. Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und die Beigeordnete Christine Becker dankten Bettina Dejon für ihre aufopferungsvolle Arbeit, in die sie auch ihre ganze Familie einbindet – „das ist nicht selbstverständlich“, so Schneidewind.

Interessierte Helfer/innen können sich bei Bettina Dejon unter Tel.: 0160/8842099, E-Mail:bettina.dejon@homburg.de, melden. Die Öffnungszeiten der Kleiderkammer im Überblick: Montag und Freitag 11 bis 16 Uhr (Ausgabe, angepasst an die Öffnungszeiten der Tafel), Dienstag und Donnerstag 10 bis 12 Uhr (Annahme), Mittwoch 17 bis 19 Uhr (Annahme).

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