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Mit der diesjährigen Ausgabe des Homburger Bergrennens vom 14.-16. Juli 2017 wird der motorsportliche Traditionsanlass bereits zum 44. Mal vom Homburger Automobilclub (HAC) durchgeführt. Ab dem morgigen Freitag erwartet die Rennsportfans aus nah und fern, nebst spannenden Rennläufen und einer einmaligen Race-Atmosphäre, ein umfassender Festzeltbetrieb im offen zugänglichen Fahrerlager. Das schon fast legendäre Rennen in der Saarpfalz lebt nicht nur von den Elitefahrern aus dem In- und Ausland, sondern auch von den Aktiven aus der Region.

Foto: Thomas Bubel

Die von den HAC-Mitgliedern und einem Freiwilligentrupp aus der 4. Kompanie des Fallschirmjägerbataillon 263 aus Zweibrücken zur Rennstrecke hergerichteten Käshofer Straße, zählt ohne Zweifel zu den anspruchsvollsten Bergstrecken in Deutschland. Vierzehn Kurven auf 2,4 km Streckenlänge und ein in Europa einmaliger Streckenverlauf, der von der Startlinie bergab mit der darauf folgenden Durchfahrt des Lambsbachtals, über die erste Schlüsselstelle „Brückchen“ verläuft, wird den Aktiven und ihren Rennsportwagen einiges abverlangen. Außer Go-Karts, Renntrucks und der Formel 1 wird die gesamte Palette des Automobilrennsports, im Einzelzeitfahrmodus auf dem heißen Asphaltband zwischen Homburg und der Sickinger Höhe bei Käshofen bewundert werden können. Tourenwagen aller Couleur und Verbesserungsstufen, Klassik- und Oldtimerrenner sowie reinrassige Rennsportwagen, unterteilt in Monoposto und Sportprototypen gehen auf die Jagt nach Bestzeiten und Rekorden. Bis zu 600 PS sorgen für atemberaubende Beschleunigungsphasen, die die Zuschauer von den beliebten Zuschauerzonen am Start, am Brückchen und am Posten 8 bestens verfolgen können.

Um Siege und Pokale geht es für die insgesamt 152 Fahrerinnen und Fahrern aus sechs Nationen in 21 Klassen, je nach Hubraum und Verbesserungsgrad. Das Ringen um den Gesamtsieg ist wie immer am prestigeträchtigsten. Hier treffen mit dem Schweinfurter Uwe Lang (Osella PA 20 BMW Evo), den Franzosen Daniel Allais (Reynard 97D F3000) und Anthony Leouilleux (Tatuus Master F2) unterschiedliche Fahrzeugkonzepte aufeinander. Für den erst 19-jährige Schweizer Robin Faustini ist es erst das dritte Rennen in der „Königsklasse“ Formel 3000. Das Nachwuchstalent ist zurzeit europaweit der jüngste Fahrer eines solchen Boliden, aber noch in der Aufbauphase.

Überhaupt kommen die Fans reinrassiger Rennsportfahrzeuge diesmal besonders auf ihre Kosten. Allein 13 Monopostos haben in der 2-Literklasse gemeldet, was an längst vergangene Zeiten der 1980er und 90er Jahre erinnert. Aus diesem Pulk kommen mit dem zweifachen Deutschen Meister Frank Debruyne (Formel 3 Dallara) vom Pirmasenser CR-Racingteam und Georg Lang (Formel Renault 2.0), dem Sohn des vierfachen Deutschen Champions Uwe Lang, weitere Anwärter auf Top-5 Platzierungen. Nicht zu vergessen sind in dieser Aufzählung die beiden Sportwagenpiloten Dino Gebhard aus Kehl (Osella PA20 BMW) und der Schwabe Thomas Conrad im CRS-Renault Eigenbau.

Bei den Silhouetten-Fahrzeugen erwartet der HAC das TracKing-Werksteam aus Frankreich, das zwei wieselflinke RC01-Modelle im Renntruck mitbringt. Die kleinen und leichten Renner, die von Suzuki GSXR 1000-Motorradmotoren angetrieben werden, kommen im aktuellen DTM-Look der BMW M4 und Mercedes daher. Konstrukteur und Pilot eines der „Mini-DTM-Flitzer“ ist Fabien Bourgeon aus der Nähe von Lyon. Der junge Rennwagenbauer sorgte bereits bei vielen Bergrennen in Frankreich für Spektakel und hat auch schon bewiesen, dass er mit seinem TracKing immer für eine Überraschung im Gesamtklassement gut ist. Nummer 2-Pilot ist Gilles Depierre aus Bourg-en-Bresse. Mit in diese Gruppe gehört auch einer der Publikumslieblinge am Deutschen Berg, nämlich Holger Hovemann in seinem, von den Fans liebevoll „der Dicke“ genannte, Opel Kadett RISSE V8.

Foto: Thomas Bubel

Das Gros der Teams auf der Käshofer Straße stellen die Vertreter aus dem Tourenwagenlager. Hier trumpft, wie schon seit 30 Jahren, der KW Berg-Cup mit seinen hochgezüchteten Modellen von BMW, Opel, VW oder Ford auf. Heiß begehrt ist hier auch der große Pokal für den schnellsten Tourenwagen, um den sich beispielsweise der Tiroler Herbert Stolz im Porsche 935 II, der Franke Norbert Handa (Lancia Delta), der Rheinländer Mario Fuchs (Mitsubishi Lancer) oder der Schweizer René Ruch im imposanten Ferrari 355 GT mit einem artfremden Zytek V8-Motor streiten. In der Luxemburger Meisterschaft startet hier zudem das Schilling Performance Team mit zwei PS-starken Subaru und einen Mitsubishi.

Wie eingangs erwähnt legen die Rennorganisatoren besonderen Wert auf Teilnehmer aus der Region. Allein 10 lizensierte Fahrer aus den Reihen des Veranstaltervereins treten an. Direkt aus Homburg kommen Christian Bächle (Peugeot 206 RC) und der viertplatzierte der Deutschen Bergmeisterschaft 2016 Kai Neu mit seinem Ford Fokus ST 170, der auch in dieser Saison zum Kreis der Titelanwärter zählt und der Top-Favorit in seiner Klasse ist. Unter der Flagge des HAC starten weiter: Heinz-Peter Boch aus Eberbach (Honda Civic), Ulrich Zeitz aus Kelkheim (Citroen C2), Gino Kruhs aus Quierschied (Citroen DS3 R3T), Martin Kraus aus Blieskastel (VW Polo G40), Fredi Marquitz aus St. Ingbert (BMW 318is), Jonas Steinbrenner aus Mandelbachtal (BMW 323i), Christoph Schwartz aus Otterberg (NSU TT), sowie Rüdiger Bernhard aus Miesau. Der Vater des frischgebackenen Le Mans-Siegers Timo Bernhard (ist zeitgleich beim WM-Lauf auf dem Nürburgring im Einsatz), pilotiert einen Porsche Cayman S. Weitere saarländische Hoffnungsträger sind Harald Ludwig aus Merzig (Audi R8) und Rallye-Ass Stefan Petto (Nonnweiler) auf einem BMW E36.

Bei aller Freude über die gelungenen Vorbereitungen und das ausgezeichnete Starterfeld mischt sich auch etwas Wehmut unter, denn Organisationsleiter Hartmut Schöffler verabschiedet sich nach dem Rennwochenende in den wohlverdienten Ruhestand. Der mittlerweile 72-Jährige Homburger ist ein Mann der ersten Stunde im Club und beim Bergrennen, das 1974 seine Anfänge nahm. Das Urgestein war an sämtlichen 44 Rennveranstaltungen maßgeblich beteiligt und übte über Jahrzehnte die Ämter des Renn- und Organisationsleiters in Personalunion aus. Wie es auf dieser so wichtigen Position in der Rennorganisation personell weiter geht ist derzeit noch offen.

Foto: Thomas Bubel

Schon am Freitagnachmittag dürfte die Masse der Teams ihre Zelte im Fahrerlager oberhalb des Homburger Schießhauses aufgeschlagen haben, wo ab 16 Uhr die Rennwagen zur technischen Abnahme vorgeführt werden. Wegen des erwarteten hohen Verkehrsaufkommens auf der engen Käshofer Chaussee (L120 und L462), ist diese erstmals schon am Freitag von 11 bis 22 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Trainingsfahrten in drei Durchgängen starten am Samstag (15.07.) ab 8 Uhr 30 bis ca. 18 Uhr. Der gleiche Ablauf gilt für das „Shootout“ der Rennläufe am Sonntag (16.07.). Wie immer informiert der Homburger Automobilclub die Rennsportbegeisterten über alles weiter Wissenswerte und hilfreiche auf seiner Internetplattform www.homburger-bergrennen.de

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