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    Blieskastel | Kursabend des KEB-Chansonkurses „Vive la Chanson“ – Von Blieskastel nach Toronto

    Toronto ist mit über 2,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt Kanadas

    Eine besonders farbige Angebotspalette bot der letzte Abend des – von der Katholischen Erwachsenenbildung Saarpfalz veranstalteten – Chansonkurses „Vive la Chanson“, der wie immer im Pfarrzentrum St. Sebastian in Blieskastel stattfand.

    Aus Anlass eines Besuchs in der alten Heimat war Nicole Kohler, die am Von der Leyen-Gymnasium Blieskastel vor Jahren ihr Abitur gemacht hat und seit einigen Jahren in Toronto/Kanada wohnt, als Spezialgast zum Kursabend gekommen und nahm aktiv an ihm teil. Zunächst erzählte sie, wie es sich in Toronto lebt; besonderen Raum in ihren Ausführungen nahmen die Stellung der französischen Sprache im Staat Kanada und Besonderheiten des kanadischen Französisch („Québecois“) ein. Sie sprach von spürbaren Unterschieden zwischen dem in Frankreich gesprochenen (Standard-)Französisch und dem Québecois sowohl im Wortschatz als auch in der Grammatik.
So sagen die Frankokanadier für Pullover chandail statt pull, für Topf chaudron statt casserole, für Auto char statt voiture und fürs Einkaufen von Lebensmitteln magasiner statt faire des courses. Im kanadischen Französisch ist das Wort bus weiblich statt männlich, vidéo männlich statt weiblich; und die Frankokanadier bilden weibliche Formen für eine Reihe von Sustantiven, die in Frankreich keine weibliche Form haben: die Autorin: l’auteure (CDN) – l’auteur (F), die Bürgermeisterin: la mairesse (CDN) – le maire (F), die Premierministerin: la première ministre (CDN) – le premier ministre (F); und auch im Satzbau der direkten Fragesätze gibt es erhebliche Unterschiede.

    Über der Beschäftigung mit der französischen Sprache in Kanada wurde aber nicht das Hauptanliegen des Chansonkurses vernachlässigt: Nicole Kohler hatte Kursleiter Rudi Kleinpeter (ihren ehemaligen Französischlehrer am Von der Leyen-Gymnasium) bereits im Vorfeld auf eine Reihe von französischsprachigen Liedern der in Ostkanada bekannten Sängerin Joanne Morra aufmerksam gemacht, und im Laufe des Abends wurden dann drei ihrer bekanntesten Lieder in der kursspezifischen Vorgehensweise (u.a. Anhören – Besprechen – Übersetzen) unter die Lupe genommen: „Au chant de l’alouette“ (ein klassisches altes Kinder- und Volkslied mit einer ganzen Reihe von Interpretationsangeboten), „Le Canadien errant“ (ein historisch-patriotisches Lied aus dem 19. Jahrhundert über das Schicksal eines wegen Teilnahme an einem Aufstand gegen die damalige englische Besatzungsmacht des Landes Verwiesenen) und „Pas là“ (ein eher ernstes Lied über Beziehungsprobleme mit Nähe und Distanz, das Joanne Morra selbst komponiert und getextet hat).
Nicole Kohler erzählte dann noch, wie sie Joanne Morra kennengelernt hatte: in einer Tierschutzvereinigung, die sich um heimatlose Katzen in Toronto kümmert.

    Bild: Leni Werth

    Ein Höhepunkt war noch ein Livegespräch per Smartphone zwischen Joanne Morra einerseits (auf dem Rückweg von der Arbeit im kalten Toronto) und Kursleiter Kleinpeter sowie Nicole Kohler andererseits, dessen Verlauf die Kursteilnehmerinnen und –teilnehmer verfolgen konnten und in dem es u.a. um die besprochenen Lieder und den kalten Winter in Toronto ging. Die Sängerin zeigte sich sehr erfreut darüber, dass sich im fernen Deutschland eine Gruppe von Chansoninteressierten mit ihren Liedern beschäftigt, und die Liveschaltung zwischen Blieskastel und Toronto endete mit einem gegenseitigen Zuwinken von Kursmitgliedern und kanadischer Sängerin per Smartphonebildschirm. Inzwischen wird dieser besondere Kursabend mit dem deutsch-kanadischen Kontakt auch auf der Facebook-Seite von Joanne Morra gewürdigt.

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