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Ein wenig schwer fiel sie schon, die offiziell letzte Amtshandlung, die Gabriele Schwartz als ehemalige Vorsitzende des Familienzentrum Bliestal e. V. am 14. August vornehmen durfte. Nach der Auflösung des Vereins im vorletzten Jahr musste noch eine Verwendung für das vorhandene Vereinsvermögen gefunden werden. Gemäß Satzung sollte dieses wohltätigen Vereinen zu Gute kommen.

In der letzten Mitgliederversammlung wurde einstimmig beschlossen, dass es an vier Institutionen zu gleichen Teilen gespendet wird: An den Schutzengelverein, den Flüchtlingshilfeverein, den Verein „Hilfe für Indien e.V.“ sowie an den Verein Sternenregen, der notleidende saarländische Kinder unterstützt. Das bedeutete für jeden der vier genannten Organisationen immerhin eine Summe in Höhe von 565 Euro.

Gabriele Schwartz und Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener, beide gehörten zu den Gründerfrauen des Familienzentrums, freuten sich, dass das verbliebene Vereinsvermögen, nun für einen guten Zweck Verwendung findet. Zwei der drei im Büro der Bürgermeisterin anwesenden Vereinsvertungen benannten auch gleich konkrete Verwendungspläne. Der Blieskasteler Schutzengelverein, bei der Scheckübergabe vertreten durch Gründungs- und Vorstandsmitglied Klaus Port, will den Spendenbetrag auf 5.000 Euro aufstocken, um einen Wohnungsanbau zu realisieren und so einem siebenjährigen, schwerstbehinderten Jungen aus Saarlouis einen barrierefreien Zugang zu den sanitären Einrichtungen zu ermöglichen. Bis heute hat der Schutzengel-Verein über 726.000 Euro an Spenden gesammelt und damit notleidende Kinder und deren Familien unterstützt.

Wolfgang Wendel und Richard Latz vom „Hilfe für Indien e. V. – Freundeskreis notleidender Menschen in Indien“ hatten ebenfalls schon einen konkreten Plan: Der Verein schießt weitere 935 Euro zu und unterstützt das Hilfsprojekt „Leelamma Surendran“. Dessen Ziel ist der Um- und Ausbau eines kleinen, renovierungsbedürftigen Hauses in Neeloor, Bezirk Kottayam, im indischen Bundesland Kerala. Während des dringend erforderlichen Umbaus wurden dort die 48-jährige Leelamma Surendran und ihre beiden Töchter vom Ehemann und Vater im Stich gelassen. Zur bewohnbaren Fertigstellung fehlen rund 4.500 Euro. Leelamma Surendran arbeitet in einem Kosmetiksalon und verdient monatlich etwa 10.000 Indische Rupees, was ca. 133 Euro entspricht. Von diesem Einkommen muss sie die bisherigen Baukosten von ca. 2.700 Euro tilgen und sich selbst sowie 2 erwachsene studierende Töchter über Wasser halten. Per Schreiben hatte sie im Juni 2017 um Unterstützung gebeten und eine Rückzahlung des gewährten Geldes, auch mit Hilfe ihrer Arbeitgeberin, in Aussicht gestellt. Eine der Säulen der Unterstützung und Hilfe, denen sich der Verein verschrieben hat, ist die Hilfe zur Selbsthilfe, und gewährte Hilfe zurückleisten zu lassen, damit wiederum anderen Notleidenden geholfen werden kann. Wie Wolfgang Wendel berichtete, erreichen den Verein viele solcher Hilfeersuchen, die man oft nicht ausreichend oder gar nicht erfüllen könne.

Auch Steffi Richter-Schneider und Silvia Schwirch vom Verein „Flüchtlingshilfe Blieskastel e.V.“ fanden dankende Worte für die Spende des Familienzentrums. Alle ehrenamtlich Aktiven des Vereins sind ständig auf der Suche nach Unterstützung für ihre Projekte und können den Betrag daher gut gebrauchen, auch wenn man aktuell noch nicht zu sagen vermochte wie und wo genau er eingesetzt wird. Nach einer umfassenden Renovierung in den Sommerferien wird übrigens am 6. September um 14 Uhr die Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe im alten Sportheim in Mimbach wiedereröffnet und ist dann jeden Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr für die Blieskasteler Flüchtlinge und für alle Bürgerinnen und Bürger in wirtschaftlich schwieriger Lage geöffnet. Sie können sich vor Ort mit gespendeter Kleidung, Geschirr, Küchengeräten und Spielzeug versorgen. Selbstverständlich können zu den Öffnungszeiten auch Spenden abgegeben werden.

(Uwe Brengel)

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